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ESRS und die Kraft der Nachhaltigkeitsberichterstattung: Was bringt es Unternehmen?

Aktualisiert: 26. März 2023


ESRS, kurz für European Sustainability Reporting Standards, setzen auf der „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) auf und sind somit ein wichtiger Bestandteil des EU Green Deal und ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unternehmen können durch eine transparente und umfassende Berichterstattung über ihre Nachhaltigkeitsleistungen informieren.

Doch es geht noch weiter: Die Erarbeitung eines ESRS konformen Bericht trägt auch dazu bei, Risiken zu minimieren, Innovationen anzustoßen und letztendlich langfristigen Erfolg zu sichern. In diesem Blog werden wir uns die Grundlagen der ESRS-Berichterstattung ansehen und erfahren was es braucht um einen konformen Bericht aufzubauen.


1. Einführung in die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS


Für wen ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS Pflicht?


Die ESRS (European Sustainability Reporting Standards) sind ein europaweit einheitliches Regelwerk für Nachhaltigkeitsberichte in der Wirtschaft. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, die Auswirkungen und Wechselwirkungen ihrer Aktivitäten auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu bewerten, zu messen und zu vergleichen.


Ab 2024 müssen börsennotierte Unternehmen und ab 2025 auch

Unternehmen mit

  • mindestens 250 Mitarbeitern,

  • 40 Millionen Euro Umsatz oder

  • 20 Millionen Euro Bilanzsumme


Warum sollten auch nicht berichtspflichtige Unternehmen sich mit den ESRS auseinandersetzen?


Unabhängig von dieser Berichtspflicht können jedoch sämtliche Unternehmen durch die Anwendung der ESRS-Berichtsstandards wertvolle Erkenntnisse gewinnen, bestehende Geschäftskonzepte an die aktuelle Lage anpassen und neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen.


Die ESRS-Standards bestehen aus umfassenden Fragestellungen zur Risiko- und Chancenermittlung sowie zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Dazu gehören Fragen wie:

  • Welche ökologischen Auswirkungen hat das Unternehmen?

  • Welche soziale Verantwortung tragen wir?

  • Wie können unter Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Verantwortung weiterhin ökonomisch tragfähige Geschäftsmodelle gewährleistet werden?

Die ESRS-Richtlinien zielen darauf ab, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern und transparenter darüber zu berichten. Hierbei geht es nicht nur um Umweltaspekte wie den CO2-Ausstoß oder die Abfallproduktion, sondern auch um soziale Aspekte wie Arbeitsbedingungen oder Menschenrechte sowie wirtschaftliche Aspekte wie Korruptionsbekämpfung und Lieferkettenmanagement.



2. Grundlegende Anforderungen an eine ESRS Berichterstattung


Es ist wichtig, die Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS zu verstehen, um einen Mehrwert aus der Berichterstattung ziehen zu können.


Der ESRS-Bericht gibt Auskunft über die nachhaltigen Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Governance, Umwelt- und Klimaschutz, Soziales sowie Wirtschaftlichkeit, also entlang den ESG-Kriterien.


Durch die Einführung der ESRS-Berichtsstandards haben Unternehmen nun die Möglichkeit, Nachhaltigkeitsziele festzulegen und konkrete Verfahrensweisen für deren Erreichen vorzugeben. Damit schafft die Berichtserstattung nach den ESRS Standards eine solide Grundlage für transparente Nachhaltigkeitsinformationen – was letztlich auch dem Investitionsschutz dient.


Wie gelange ich zu meiner ESRS-konformen Nachhaltigkeitsstrategie?


Zunächst geht es um die Risiken und Chancen, die im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen stehen.

Diese können zum Beispiel nach dem internationalen Standard TCFD (Task Force on Climate Related Financial Disclosures) strukturiert diskutiert werden.

Hierbei handelt es sich um eine Einschätzung, welche Auswirkungen z.B. in den Lieferketten durch klimarelevante Veränderungen entstehen können oder um eine kurz-, mittel und langfristige Einschätzung der Entwicklung der Energieträger und ihrer Kosten, um nur einige Beispiele daraus zu nennen.


Die strukturierte Risikoanalyse wird in einem weiteren Schritt um die Diskussion der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells erweitert. In diesem Prozess werden Auswirkungen des bestehenden Geschäftsmodells auf Gesellschaft und Umwelt evaluiert und mögliche Verbesserungen kurz,- mittel- und langfristige diskutiert.


Wichtig ist hier, dass nach ESRS die Berichtspflichten nicht vor der Haustür des Unternehmens enden, sondern dass die gesamte Wertschöpfungskette, vor- und nachgelagert, hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt evaluiert wird.


Die Einbindung der Sichtweise der Stakeholder in die Entwicklung geeigneter Maßnahmen ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategien. Als mögliche Stakeholder werden in den ESRS dezidiert Mitarbeiter, Lieferanten, Konsumenten, Kunden, Endverbraucher, regionale Communities, Interessensvertretungen und Behörden genannt. Die Natur wird als stiller Stakeholder verstanden, der durch ökologische Daten vertreten wird.


Der zentrale Punkt, der hier verstanden werden sollte, ist die Ganzheitlichkeit des Ansatzes. Eine Nachhaltigkeitsstrategie nach ESRS erfordert die Evaluierung der Optionen der Entwicklung des Geschäftsmodells entlang der gesamten Wertschöpfungskette.


Diese zeigt sich auch in der Anforderung, der Verschränkung von Management Report und Nachhaltigkeitsbericht. Die definierten Nachhaltigkeitsstrategien sind zentraler Bestandteil des Geschäftsberichts. Diese sind mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Indikatoren zu hinterlegen und auch in die finanziellen Planszenarien auszuweisen.

Nachhaltigkeit versteht sich somit als erweiterte strategische Analyse, die nichtfinanzielle Parameter, die die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Umwelt und Gesellschaft nach sich ziehen, beinhaltet.


3. FAZIT: Nachhaltigkeitsmanagement ist ein Lernprozess, der Unternehmen auf die Überholspur bringt.


Die Anforderungen nach ESRS können nicht innerhalb kurzer Zeit erfüllt werden. Es ist wichtig, den Nachhaltigkeitsprozess als Lernprozess zu verstehen und gemeinsam im Unternehmen in diesem Themenfeld zu wachsen.

Dazu braucht es eine offene Diskussionskultur und den Mut neue Sichtweisen zuzulassen.

Ich denke, wenn man mit diesem Mindset an das Nachhaltigkeitsmanagement herangeht und die von den ESRS geforderten Evaluierungsprozesse durchläuft, dann können sich daraus sehr wertvolle Geschäftsmodelle entwickeln, die Shareholdern und Stakeholdern viel Freude bereiten.

Berichtspflicht nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ab 2025: Hier erfahren Sie, wie Sie sich vorbereiten.

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