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5 Gründe, wieso Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess integriert werden sollte:

In den letzten Jahren hat Nachhaltigkeit einen tiefgreifenden Wandel in vielen Unternehmen ausgelöst und ist zu einem unverzichtbaren Aspekt ihrer Geschäftsstrategien geworden. Kunden, Investoren und die Gesellschaft fordern von Unternehmen, dass sie ihre Geschäftspraktiken nachhaltiger gestalten. Das hat dazu geführt, dass Nachhaltigkeit nicht mehr nur als gesellschaftliche Verantwortung gesehen wird, sondern als strategischer Imperativ für den langfristigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Auch im Innovationsmanagement ist der Begriff der nachhaltigkeitsorientierten Innovation oder auch sustainable oder planet centered Innovation angekommen. Nachhaltigkeitsorientierte Innovation bedeutet die Schaffung von sozialem und ökologischem Mehrwert neben wirtschaftlichen Erträgen.


Trotz dieser wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit ist es immer noch nicht üblich, Nachhaltigkeitsaspekte vollständig im Innovationsmanagement zu integrieren. Eine Umfrage der Fraunhofer Gesellschaft, unter deutschen Industrieunternehmen zeigte dazu, dass erst 58% konkrete Ziele für Nachhaltigkeit in ihrer Innovationsstrategie festgelegt haben.Nur 24,5% beziehen Experten aus dem Nachhaltigkeitsmanagement in Innovationsaktivitäten mit ein [1]. Es besteht also noch Raum für Verbesserungen, und Innovationsmanager sollten diese Chance nutzen, um die nachhaltige Entwicklung ihrer Unternehmen voranzutreiben.


Als Innovationsmanager sollte Nachhaltigkeit also unbedingt im Innovationsprozess mitgedacht werden, und hier sind fünf wichtige Gründe dafür:

1. Wettbewerbsvorteil und Marktpositionierung

Nachhaltigkeit ist heute zu einem entscheidenden Differenzierungsfaktor auf dem Markt geworden. Konsumenten und Investoren suchen vermehrt nach Unternehmen, die sich für umweltfreundliche und sozial verantwortliche Innovationen einsetzen. Indem Innovationsmanager Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess einfließen lassen, können Sie Ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil in der Zukunft verschaffen und die Marktposition stärken. Weiters gibt es dem Unternehmen die Chance möglichst nahe an ihren Stakeholdern zu innovieren. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bedeutet, sich verstärkt mit den Anforderungen und Bedürfnissen der Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, den konkreten Bedarf und die Nachhaltigkeitsanforderungen zu ermitteln, die sowohl aktuell als auch zukünftig an das Unternehmen und seine Produkte, von Stakeholdern gestellt werden. In Anbetracht möglicher Veränderungen in den Bedürfnissen der Stakeholder ist eine gründliche Auseinandersetzung mit diesem Thema unerlässlich, um auch in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Innovationsmethodiken wie Design Thinking und Lean Startup stellen bereits den Kunden ins Zentrum. Customer Centricity wurde in den vergangenen Jahren zu einem Kernelement moderner Innovationsprozesse. Im Rahmen der Nachhaltigkeit sprechen wir bei den „Sustainable Transformers“ von Stakeholder Centricity, da hier nicht nur der Kunde, sondern auch weitere Anspruchsgruppen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens eingebunden werden. Dazu arbeiten wir mit einem Toolset um die Wertschöpfungskette gemeinsam zu analysieren und deren Interessensgruppen ins Zentrum zu stellen.


2. Risikomanagement

Die Ressourcen der Erde sind begrenzt, und Unternehmen stehen vor zunehmenden Herausforderungen wie knappen Rohstoffen, strengeren Umweltauflagen und unsicheren Lieferketten. Innovation kann sowohl den Einsatz nachhaltiger Technologien als auch Überlegungen zu nachhaltigen Geschäftsmodellen bedeuten, um die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen zu verringern und das Risiko zukünftiger Versorgungsengpässe zu minimieren. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft oder auch „Circular Economy“ kann hier eine treibende Kraft im Innovationsprozess sein. Die Kreislaufwirtschaft möchte den Lebenszyklus von Produkten und Materialien verlängern, indem sie wiederverwertet, repariert und recycelt. Ziel ist es einen kontinuierlichen Kreislauf zu schaffen, in dem Produkte und Materialien immer wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Eine Methode zur Integration der Circular Economy in den Innovationsprozesse ist zum Beispiel eine Lebenszyklusanalyse von Produkten, die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebensweg, von der Rohstoffgewinnung über Produktion, Nutzung bis zur Entsorgung, in den Innovationsprozess einfließen lassen. Das ist ein erster Schritt, um Potenziale für eine verbesserte Kreislaufführung zu erkennen. Auch das „Design for Circular Economy“ kann hier ein spannender Ansatz sein, um neue Technologien und Materialien in den Innovationsprozess und damit in zukünftige Produkte zu integrieren, um in Zukunft auf begrenzte Ressourcen verzichten zu können.

3. Kostenersparnis und Effizienz

Nachhaltigkeit bietet auch ökonomische Vorteile. Durch die Einführung umweltfreundlicher Technologien und Produktionsprozesse können Kosten gesenkt und Ressourcen effizienter genutzt werden. Dies führt langfristig zu Einsparungen und steigert die Profitabilität des Unternehmens. Existiert im Unternehmen bereits eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, so kann die Innovationstrategie auf sie abgestimmt werden. Eventuell sind bereits Analysen und Berechnungen zu Treibhausgasemissionen nach dem Greenhouse Gas Protocol vorhanden. Diese können beispielsweise eine gute Informationsgrundlage für nachhaltige Innovationen sein und gleichzeitig auch zu erheblichen Kostenersparnissen führen.


4. Image und Reputation

Nachhaltige Innovationen, die ernsthaft entwickelt werden und im Einklang mit der Strategie stehen, verbessern das Unternehmensimage und stärken die Reputation. Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit ernsthaft engagieren, werden positiv wahrgenommen und gewinnen das Vertrauen von Kunden, Investoren und anderen Interessengruppen. Das Innovationsmanagement kann das noch zusätzlich unterstützen, indem es über offene Innovationsansätze wie „Idea Challenges“ Stakeholder miteinbindet. Gerade im heiß umkämpften Bewerbermarkt, kann dies positiven Einfluss auf das Employer Branding haben. Studien zeigen, dass gerade jüngere Bewerber der Generation Z sich gerne in den Werten der Organisation wiederfinden möchten. Open Innovation bietet hier hervorragende Möglichkeiten, um zukünftigen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben das Unternehmen und dessen Werte kennenzulernen. Wichtig ist dabei aber, dass Unternehmen keine leeren Floskeln kommunizieren, sondern ihre Nachhaltigkeitsziele wirklich im Einklang mit der Strategie erarbeiten und kommunizieren.


5. Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Gesetzgeber und internationale Organisationen haben strengere Umwelt- und Sozialstandards eingeführt, um den Klimawandel und andere Nachhaltigkeitsprobleme zu bekämpfen. Politische Rahmenbedingungen und Gesetzgebungen sind ein wesentlicher Treiber nachhaltiger Innovationen. Gerade der Green Deal, stellt einen strengen Aktionsplan der EU zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums dar und hat zahlreiche Auswirkungen auf Unternehmen und ihre zukünftige Entwicklung. Innovationsmanager haben hier die Verantwortung Lösungen zu entwickeln die im Einklang mit zukünftigen Regularien stehen. Dazu ist es notwendig, dass Innovationsmanager ebenso wie das Management Awareness für die Regularien haben und früh genug beginnen, sich mit den Regularien zu beschäftigen.


Nachhaltige Innovation gestaltet die Zukunft

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Nachhaltigkeit und Innovationsmanagement eng miteinander verbunden sind. Indem Innovationsmanager und Führungskräfte Nachhaltigkeitsaspekte von Anfang an in den Innovationsprozess integrieren, können sie nicht nur die Erfolgschancen ihrer Innovationen erhöhen, sondern auch zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen und ihre Unternehmen zukunftsfähig machen. Nachhaltigkeit sollte daher zu einem integralen Bestandteil des Innovationsmanagements werden.


Tipps und Tricks wie das funktioniert und was es zu bedenken gibt, erfahrt ihr in den kommenden Blogbeiträgen.


[1] https://publica.fraunhofer.de/entities/publication/e1497361-c162-447b-99d3-7ed03b6ce371/details

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